Hallo Tuxe, im Folgenden kurz das Wichtigste vom Treffen der Lugrav im Heimathaus Steinhagen am 30.6. : 1)Nach anfänglicher Vorstellungsrunde berichtete Volker Güth über den Linuxtag letzte Woche in Karlsruhe. Seinem Eindruck nach gab es überwiegend gute Vorträge, auch von denen, die sonst diesbezüglich eher nicht so aufgefallen waren. Der Eintrittspreis, der diesmal erstmals verlangt wurde, ließ nach Schätzungen die Besucherzahl von gut 20000 in 2004 auf diesmal etwa 12000 fallen. Volker berichtete über einen Vortrag von Peer Henlein aus Berlin, dem Autor eines Postfix-Buches, in dem dieser über Methoden zur Spamvermeidung gesprochen hatte. Er verwendet hierzu die Methode des Graylisting, bei dem Mail zunächst einmal mit dem Argument geblockt wird, der Mailserver sei derzeit zu beschäftigt. Eine offene Ablehnung der Mail gebe es dabei nicht; nach ganz bestimmten Kriterien wie etwa Zahl bisher schon von einem Absender an diesen Server geschickter Mails wird dann weitergeleitet. Peter wies darauf hin, dass es auch unterhalb der Schwelle der offenen Ablehnung von Mails zeitkritische Informationen gebe, die durch eine solche Blockungspolitik u. U. nicht mehr rechtzeitig ankommen könnten. Ferner berichtete Volker über einen Vortrag zu NX. Darunter könne man sich auch mit schmaler, zur Verfügung stehender Bandbreite auf entfernten Maschinen einwählen, wie etwa mit einem Handy auf einen Rechner zugreifen, indem die erheblichen Kompressionsmöglichkeiten von NX genutzt werden. Außerdem sei von IBM der SEL-Prozessor vorgestellt worden, der über eine beeindruckende Rechenleistung verfüge. Um die Fähigkeiten zu demonstrieren, sei eine hochauflösende Grafik( Satellitendarstellung von bestimmten Gegenden auf der Erde ) in hoher Geschwindigkeit vorgeführt worden. IBM wisse derzeit noch nicht genau, wie dieser mächtige neue Prozessor am besten vermarktet werden könne, und hoffe auf ein Agreement mit Playstationherstellern. Von der Architektur her verfüge SEL neben einem Zentralprozessor über 7 begleitende FPU's. Auf den Ständen seien u. a. Virenschutzprogramme vorgestellt worden, Nokia habe ein neues "Tablett" gezeigt. Einen Vortrag über Xen, ein VMWare-ähnliches Programm, habe er wegen Überfüllung des Saales, so Volker weiter, nicht hören können. Bei Xen , so wurde weiter ergänzt, habe man weitgehende Möglichkeiten, Maschinenumgebungen und Sessions bei laufendem ssh zu migrieren. Ein weiterer Vortrag habe sich mit Bluetooth beschäftigt. Die Technologie sei eigentlich von ihren Entwicklern recht sicher gemacht worden, nur würden sich viele Nutzer nicht die Mühe machen, die entsprechenden Features auch zu aktivieren. So könne es durchaus immer noch passieren, dass etwa im Zug ein Bluetooth-Handy "übernommen" werde und jemand auf fremde Kosten damit surfen könne. Vorgestellt wurden in Karlsruhe auch OpenGL-basierte X-Server und Geräte mit außerordentlich leistungsfähigen Grafikkarten, bei denen die Effekte unter fast völliger Schonung der CPU lokal über den Grafikprozessor realisiert würden. Auf Nachfrage hin sei in Karlsruhe der Rat gegeben worden, sich als Linuxer, vor die Wahl zwischen einer ATI- und einer NVidia-Grafikkarte gestellt, sich eher für die letztere zu entscheiden, da die Zahl der Entwickler, die an dedizierten Linuxtreibern arbeiteten, dort größer sei. Volker Eckert berichtete kurz über den Besuch einer Veranstaltung zu Gimp, bei der er einige Tricks zu diesem doch umfangreichen Programm bekommen habe. Ralf Gesellensetter konnte mit einer Gruppe von Schülern den Linuxtag besuchen. Die Schüler waren vorher in einem kleinen Kurs in Lernprogramme unter Skolelinux eingeführt worden, um diese dann auch entsprechend präsentieren zu können. Über Kontakte zu KDE-Entwicklern, die eine engere Zusammenarbeit mit der Wikipedia anstrebten, bestehe für die Schüler unter Umständen die Gelegenheit einer Einführung in Qt. 2)In einem weiteren Punkt stellte Thomas Niesel einen leichten, etwa DIN-A-5-großen Server vor, der für nur wenig Geld( neu etwa 60 - 80 Euro ) zu haben sei. Es handelt sich dabei um einen Linksys Network Storage link for USB 2.0 disk drives von Cisco, der über 2 USB-Anschlüsse, einen Netzwerk- und einen Stromanschluss verfügt. Dank von Frank mitgebrachter Netzwerkkabel konnte man sich an diesen kleinen Server anschließen und sich ansehen, was dort installiert ist. Um dieses Linksys hat sich, in bester Tradition freier Softwareentwicklung, eine Community gruppiert, die zum Einen eine Formware entwickelt hat, die es möglich macht, in ähnlicher Weise wie bei OpenWRT Pakete zu installieren. So gibt es etwa zu Administrationszwecken ein Webfrontend für das Linksys, dank entsprechender Pakete lassen sich auch umfangreiche Applikationen wie etwa PHP, Perl, MySQLite usw. installieren. Vorstellbar und möglich sei etwa ein Videostreaming im Verbund mit einer D- oder auch XBox. Mit Festplattenanschluss verfügt man so über einen buchstäblich "winzigen" Server mit erheblichen Möglichkeiten, von denen sich einige im Raum im aufgebauten Netz selbst überzeugen konnten. Die Szene rund um das genannte Linksys hat auch ein eigenes Internetforum unter nslu2-linux.org. Vielen Dank an Thomas für diese interessante Demonstration eines physisch kleinen, aber leistungsfähigen "Miniservers" ! Das war es im Wesentlichen; wie immer bitte ich um Richtigstellungen, wo nötig, und Kommentare. Viele Grüße! Ulrich
Teilnehmer (4)
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Achim Kohlwey (-frso)
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RalfGesellensetter
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thomas_n@freenet.de
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Ulrich Rieke